Hier haben sich einige Dinge getan, die dazu geführt haben, dass dieser Blog arg vernachlässigt wurde: Ein neuer Arbeitgeber, ganz viele Geschäftsreisen, ein Umzug ... Und ich kann nicht versprechen, dass es besser wird:-(
Heute geht es um meine ersten Erfahrungen mit meinem Macbook in einer Windows-only-Umgebung, d.h. MS Exchange Server, MS Fileserver, MS Office, diverse andere MS-Anwendungen etc. Ich habe mein Macbook zwei Wochen in dieser Umgebung mehr oder weniger erfolgreich betrieben und dann infolge Zeitmangel für ausführlichere Konfiguration den beschämenden Schritt zurück in die Steinzeit gemacht: Zur Zeit benutze ich mein IBM Thinkpad mit Windows XP. Das soll aber nicht das entmutigte Aufgeben sein - ich werde weiter forschen!
Im Detail:
Die einfachste und zu 99,99 Prozent funktionierende Lösung ist der Einsatz von VMware Fusion auf dem Mac. Dazu wird ganz simpel die gesamte Disk des Thinkpad mittels VMware Converter
in eine virtuelle Maschine umgewandelt und dann auf dem Mac unter
VMware Fusion betrieben. VMware Converter Starter Edition ist eine
kostenlose Windows-Anwendung, die einen beliebigen PC im Netz (auch den
PC, auf dem der Converter läuft) in einen Satz VMware-Files umwandeln
kann, die sich dann wie ein PC auf dem Mac verhalten.
Das hat einen gewaltigen Charme: Alle auf dem umgewandelten Windows-PC
installierten Anwendungen (MS Office, MS Visio, Internet Explorer etc.)
sind auf dem Mac innerhalb der virtuellen Maschine lauffähig, sogar
dank Unity-Mode wie eine auf MacOS X installierte Anwendung. Damit ist auch gleich das
Thema Backup/Restore erschlagen: Ich kopiere regelmäßig die ca. 7...8
Files, die eine virtuelle Maschine vollständig beschreiben (und ALLE
Daten der virtuellen Maschine enthalten) an eine sichere Stelle, und -
violà - ich habe ein komplettes Image-Backup meines virtualisierten
Windows. Restore: Ich kopiere diese wenigen Dateien zurück oder auf
einen anderen PC oder Mac und benutze sie dort mit VMware Server
(Windows/Linux), VMware Workstation (Windows/Linux) oder VMware Fusion
(Mac) weiter.
Vorteile dieser Lösung: Ich kann quasi alle Windows-Anwendungen auf meinem Mac verwenden (mit ganz minimaler Performance-Einbuße). Und ich kann mir getrennte Umgebungen z.B. für
private und geschäftliche Nutzung meines Mac schaffen - z.B. privat auf
MacOS, geschäftlich in der virtuellen Maschine. Nachteil: Anwendungen,
die an spezielle Hardware gebunden sind (WLAN, spezielle PCI-Karten),
werden nicht funktionieren. Dazu zählt z.B. der iPass-Client,
der es ermöglicht, weltweit auf WLAN-Netzwerke zuzugreifen. VMware
Fusion bietet dem Gast-Betriebssystem kein WLAN Interface an, daher
muss der iPass-Client in einer Mac-Version entweder nativ auf MacOS
laufen oder man kann innerhalb der virtuellen Maschine nur die
angebotenen Wired-Netzwerke verwenden. Der eigentliche Nachteil jedoch
ist: Man hat es wieder mit den Armseligkeiten von Windows zu tun, denen
man eigentlich mit dem Switch zum Mac nie wieder begegen wollte. Jetzt
läuft das Windows jedoch wenigstens auf einer schicken und
leistungsfähigen Hardware ...
Der alternative Ansatz:
Ich versuche so viel wie möglich mit nativen Mac-Anwendungen zu erschlagen.
Die Masse ist bereits mit dem Einsatz von office:mac 2004, dem
Microsoft Office Paket für den Mac, erledigt. Es funktioniert jedoch
nicht alles: Entourage, das Pendant zu Outlook, kann weder Aufgaben
noch Notizen mit dem Exchange Server synchronisieren. Die Bedienung von
Entourage ist an einigen Stellen deutlich besser als das
Windows-Äquivalent, an anderen Stellen eine Katastrophe. In den Notizen
z.B. wird eine DropDown-Menü für die Schriftarten angeboten, in dem
sämtliche 1000 installierten Schriften aufgeführt sind. Man muss in
einer endlosen Orgie zur passenden Schriftart blättern, ein Sprung
durch Eingabe des ersten Buchstabens funktioniert nicht. Das ganze
Paket ist auch recht zäh, schließlich ist das noch PowerPC-Code, der
mittels Rosetta-Emulation auf Intel-Macs zum Laufen gebracht wird.
Komplexe oder längere Word-Dokumente (ab ca. fünf Seiten) sind ein
strapaziöses Geduldsspiel.
Besserung ist mit
office:mac 2008 (erwartet für Januar 2008) in Sicht.
VPN funktioniert bestens mit dem Cisco-Client.
Weitere Anwendungen wird man jedoch nur mit obigem VMware Fusion-Ansatz betreiben können. Dazu zählen Internet Explorer (für ASP-lastige Seiten wie Sharepoint-Server oder Outlook Web Access), Visio oder MS Project. Hierfür gibt es durchaus auch native Mac-Alternativen, diese sind jedoch nur mehr oder weniger kompatibel zu den Dateiformaten und versagen möglicherweise bei komplexen Dokumenten.
Ein spannendes Thema ist der Zugriff auf Windows Domains und Shares. MacOS kann gut mit CIFS-Shares umgehen, haarig wird es, wenn Domains ins Spiel kommen. Es finden sich diverse Anleitungen im Netz (Microsoft, TechRepublic, AppleSource, CertMag etc.), mir ist es auf die Schnelle nicht gelungen, auf firmeninterne Shares zuzugreifen. Wenn es einmal funktioniert, helfen Tools wie WinShortCutter im komfortablen Umgang mit dem Windows Server.
Erstes Fazit: Man gelangt schnell zu ersten Erfolgen, wenn es um Details geht (große Unternehmen mit gut gesicherten und aufwändigen Windows-Netzwerken, komplexe Dokumente etc.), wird die Konfiguration aufwändig und zeitraubend.
Habt Ihr Erfahrungen zu diesem Thema? Ich bin an jeglichen Hinweisen zu dieser Materie interessiert.